Entstehung der Insel La Palma
Betrachtet man es vom erdgeschichtlichen Aspekt aus, so gehört die Insel La Palma zusammen mit der Insel El Hierro zu den jüngsten Inseln des kanarischen Archipels und vor etwas mehr als 3 Millionen Jahren begann die Insel La Palma so langsam sich aus dem Meer zu erheben. Tief unter der Meeresoberfläche begann zu dieser Zeit aus dem Hotspot Magma auszutreten und in Form eines untermeerischen Vulkans entstand ein Grundgebirge, das auch Basalkomplex genannt wird. Die Lava dieses Vulkans wurde bedingt durch spätere Eruptionsphasen und einer Ausdehnung der Magmakammer nach oben transportiert und trat schließlich oberhalb des Meeresspiegels an das Tageslicht. Die genaue Stelle befindet sich im sogenannten Barranco de las Angustias. Die Lava erstarrte im Meerwasser des Atlantiks sehr schnell und charakteristisch dafür sind die runden Basaltblöcke der Pillow-Laven. Wer sich auf eine Wanderung durch die Barrancos begibt, kann diese dort im Bachbett bestaunen.
Nachdem sich dies alles ein wenig beruhigt hatte und etwa eine Million Jahre nicht viel passierte, begann es im nördlichen Teil wieder erheblich unruhiger zu werden und die vulkanischen Tätigkeiten begannen wieder massivere Züge anzunehmen. In regelmäßigen Abständen kamen abwechselnd vulkanischen Gestein und basaltische Laven an die Oberfläche und schichteten sich übereinander. Für die Struktur eines Schichtvulkans ist dies sehr typisch und ist nicht nur auf La Palma festzustellen. So besteht beispielsweise der höchste Berg Spaniens, der Pico de Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa ebenfalls aus dieser Struktur. Als die vulkanischen Tätigkeiten auf La Palma wieder nachließen, beginnt das Wasser mit seiner erodierenden Kraft den Stratovulkan abzutragen und dabei entstanden auf der neu entstandenen Vulkaninsel mehrere Schluchten. Heute findet man im Inneren der Caldera de Taburiente auf La Palma noch eine Vielzahl von Quellen, die noch immer sehr ergiebig sind und das Wachstum auf der Insel unterstützen.
Doch mit der Ruhe der Ausbrüche war es damit noch lange nicht vorbei und nach einer weiteren Ruhepause wurden weitere Massen an Gestein und Lava noch oben geschoben und die Insel La Palma begann zu wachsen und zu wachsen. Bis auf eine Höhe von über 3000 m stieg die Insel nun aus dem tobenden Atlantik hervor und es entstand ein neuer Schichtvulkan, der nach seinem Vorgänger Taburiente 2 genannt wurde. Während dieser Phase wurde aber das Zentrum der vulkanischen Aktivitäten immer weiter Richtung Süden verlagert in die Gegend der heutigen Region Cumbre Nueva und dort häuften sich weitere Laven und Aschegestein auf der Insel an. Langsam aber wurden die Hänge des Vulkans aber zu steil und er wuchs nun nicht mehr in die Höhe. Vor rund 700.000 Jahren rutschen stattdessen gewaltige Teil des Berges ins Meer und es entstand dabei die hufeisenförmige Senke des Valle de Aridane. Im Norden der Insel jedoch entstand ein neuer Vulkanherd und aus diesem sollte der Schichtvulkan Pico Bejenado entstehen. Nachdem dieser erloschen war und standesgemäß auch wieder die Erosion ihre Arbeit verrichtete, bildete sich hier ein Durchbruchstal. Hier redet man von der bekannten Barranco de las Angustias, welche die Calderasenke heute mit dem Atlantik verbindet.
Der Süden der Insel wurde erst im Jahre 1971 vom vorerst letzten Vulkanausbruch heimgesucht. 23 Tage lang wütete der Teneguias und mit Lava und Aschegestein wurde die Landschaft dort neu geprägt und formte die Insel La Palma mit seiner nun endgültigen Form.